Mittwoch, 27.05.2020, 19:00 bis 21:00 Uhr
Meisterdenker der Welt

IBN RUSHD (AVERROES), (1126 bis 1198)

Zur Reihe: Es werden große Denker aus allen Weltkulturen vorgestellt, welche in ihren Gesellschaften und in der globalen Welt wichtige Denkprozesse angestoßen haben und welche damit die Lebenswelt partiell verändert haben. Es werden Texte dieser Philosophen vorgetragen und interpretiert..

IBN RUSHD (AVERROES), (1126 bis 1198)
Dieser islamische Philosoph lebte in Cordoba und in Marrakesch, er war vor allem in der Philosophie des Aristoteles gebildet. Außerdem hatte er an der Madrasa Mathematik, Physik, Medizin und Astronomie studiert. Mit diesen Voraussetzungen wollte er die Philosophie der Griechen mit der Religion des Islam verbinden. Er nahm einen umfassenden göttlichen Verstand an, an dem jeder menschliche Verstand einen Anteil hat. Die Welt und die Materie seien ewig, sie seien von der Gottheit aber in der Zeit geformt worden. Die Gottheit sei die erste Ursache des Weltprozesses, alle Menschen könnten mit der ewigen Weltvernunft in Verbindung treten. Die Lehren der Religion seien mit den Erkenntnissen der Wissenschaft verträglich, wenn sie allegorisch ausgelegt werden. Aus methodischen Gründen sollte die Religion von der Wissenschaft getrennt werden. Ibn Rushd argumentierte für eine liberale und tolerante Form des Islam, seine Stimme wird vor allem in Europa erneut gehört. Werke: Kitab al Kuliyat . 1190. Die Substanz der Welt. 1195. Kommentare zu Aristoteles 1190ff.

Veranstaltungsort
Bildungsforum Mariatrost
Seminarraum 221, 2.Stock, Bürgergasse 2, 8010 Graz

Referent

A.o. Univ.-Prof. Dr. Anton Grabner-Haider, Institut für Philosophie der KFU Graz, zahlreiche Veröffentlichungen, u.a.: Kulturgeschichte des frühen Christentums: Von 100 bis 500 n.Chr (mit Johann Maier, 2008); Hitlers mythische Religion: Theologische Denklinien und NS-Ideologie (2007).

Teilnahmebeitrag: € 15,00


Glauben &
Denken
Spirituelles Angebot / Kursnummer: 20-79