Freitag, 14.02.2020 bis Sonntag, 23.02.2020
Israelreise

Auch wenn wir mit der Bibel vertraut sind, es ist doch eine völlig fremde Welt, die wir mit ihr betreten. Doch gerade das intensive Begehen des Landes bietet auch die einzigartige Möglichkeit, näher in die ikonographisch-symbolische Weltbeschreibung des Orients einzutauchen und mehr von der biblischen Botschaft begreifen zu lernen.

  • Wir fahren aber nicht nur ins Heilige Land, sondern auch nach Israel, wo wir mit den politischen Hintergründen konfrontiert werden. Und Israel ist ein höchst komplexes Land, wie auch der Soziologe Natan Sznaider feststellt: „Dieses Land ist zugleich postindustrielle Hightech-Dienstleistungsgesellschaft und archaisch religiös, ultrarechts und ultraorthodox, schwul-lesbisch, chronisch kriegsbereit, von Terror zermürbt und paranoid, heilig und säkular, zionistisch, jung, alt, arabisch, russisch, holocaustzentriert und was noch alles. Aber: Genauso wie sonst überall auf der Welt wollen die meisten Menschen ein kleines, nicht-heroisches und ideologiefreies Leben führen, ihre Kinder in die Schule schicken, einen neuen Fernseher kaufen, einen Kaffee trinken gehen und den nächsten Tag überleben.“
  • Diese Reise von zehn Tagen bietet die Möglichkeit, sich dem religiösen und politischen Land zwischen Mittelmeer und Jordan mit all seinen vielfältigen Bruchlinien und Verwerfungen anzunähern. Wobei auch am Ende der Reise mehr Fragen offen sein werden als zu deren Beginn.
  • Weil diese Reise aber nicht nur auf einen kognitiven Erkenntnisgewinn abzielt, ist das Programm so erstellt, dass auch die Seele und die Lebensfreude berührt werden: bei Wanderungen, bei einem Bad im Toten Meer, bei einer Tasse Kaffee in der Altstadt von Jerusalem. Es ist eine Reise, die lange nachwirken wird. PROGRAMM:

    Freitag, 14. 2. 2020: Abflug nach Tel Aviv ab Wien um 10.25 Uhr. Ankunft nach 3.20 Stunden um ca. 15.00 Uhr (plus eine Stunde) in Tel Aviv. Empfang durch den örtlichen Reiseleiter. Fahrt nach Hadera. Nächtigung im Hotel Ramada-Hadera direkt am Wasser.

    Samstag: Besuch von Caesarea Maritima, der von Herodes dem Großen als „Fenster gegen Westen“ so wunderbar erbauten Stadt. Man kann heute noch das Theater, den Palast des Bauherrn in Umrissen, die Pferderennbahn und den Aquädukt sehen. Ihre Bedeutung für das Christentum erlangt die Stadt durch die Taufe der ersten Heiden, wodurch sich die Jesusbewegung vom jüdischen Mutterboden ablöst und den ersten Schritt zur Weltkirche macht. Fahrt über Haifa (Bahaitempel) nach Akko, wo der Tradition nach während des Dritten Kreuzzugs Österreichs Nationalfarben entstanden sein sollen. In der Stadt (UNESCO-Weltkulturerbe) besuchen wir die Ausgrabungen aus der Kreuzfahrerzeit und hören von den Leistungen, wohl aber auch den Leiden und der Brutalität der Europäer. Fahrt nach Galiläa, wo wir am Berg der Seligpreisungen nächtigen.

    Sonntag: Wir beginnen den Tag mit einer Einführung in das Land zur Zeit Jesu und gehen von den Seligpreisungen 20 Minuten nach Tabgha, wo wir mit den deutschen Benediktinern eine Messe feiern. Danach Besuch der Primatskapelle (Joh 21). Fahrt nach Kafarnaum, in die Stadt Jesu. Dort lernen wir, wie einfach das Leben der Fischer zur Zeit der Zeitenwende war. Nach dem Mittagessen Besuch des Fischereimuseums in Ein Gev. Nächtigung am Berg der Seligpreisungen.

    Montag: Unsere Köpfe sind schon voll von den vielen Informationen der letzten Tage. Heute ist ein Tag der körperlichen Anstrengung, wenn wir durch das Wadi Amud von Meron in Richtung Süden gehen (ca. fünf Stunden). Danach geht es nach Safed, die Stadt der Kabala, wo wir etwas über die jüdische Zahlensymbolik hören und durch die malerischen Gassen der Künstlerkolonie bummeln. Nächtigung am Berg der Seligpreisungen.

    Dienstag: Wir beginnen mit den Ausgrabungen der Stadt Migdal (Maria von Magdala) am westlichen Ufer des Sees, von wo wir nach Nazaret fahren. Besuch der katholischen Verkündigungskirche und eines der wenigen Rollsteine im Land, von dem sich die Frauen am Ostermorgen die Frage stellen: „Wer soll uns den (schweren) Stein wegwälzen?“ Nach einem kleinen Mittagessen geht es nach Sepphoris, wo Jesus mit seinem Vater vermutlich als téktōn, als Bauarbeiter mit Stein und Holz beim Wiederaufbau der zerstörten Stadt gearbeitet hat. Die Stadt mit den meisten Mosaiken in Israel. Nächtigung am Berg der Seligpreisungen.

    Mittwoch: Wir verlassen Galiläa und fahren über den Jordangraben nach Süden, wo wir gegenüber von Jericho in Qasr el Yahud die Taufstelle Jesu am Jordan besuchen. Von dort geht es weiter nach Ein Gedi mit kurzer Wanderung in der Wüste (Saul/David-Geschichte) und Weiterfahrt nach Masada, jener Trutzburg am Toten Meer, die von Herodes so großartig ausgebaut wurde. Berühmt wurde dieser Ort durch den Selbstmord von beinahe 1000 Juden im Jahre 73 nach Christus, die sich nicht in die Gefangenschaft der Römer begeben wollten. Bevor wir dann nach Bethlehem fahren, wo wir auch nächtigen, können wir noch ein Bad im Toten Meer nehmen, das freilich um diese Jahreszeit nicht dramatisch warm sein wird. Fahrt nach Bethlehem. Nächtigung.

    Donnerstag: Wir beginnen den Tag mit einem Besuch des Tempelplatzes, auf dem der Felsendom und die Al Aqsa-Moschee stehen, in die wir leider nicht eintreten dürfen. Aber bereits der Platz und die beiden Moscheen von außen betrachtet sind großartig. Danach geht es an die Westmauer (auch: Klagemauer) wo wir einer Bar Mitzwa beiwohnen. Das ist ein Initiationsritus – vergleichbar mit der Firmung – durch den der 13-jährige Jude religiös großjährig wird. Danach besuchen wir das jüdische Viertel mit Mittagessen und verbringen den Nachmittag im Israel-Museum. Dort sehen wir neben dem „Schrein des Buches“ für die in Qumran gefundenen Rollen ein Modell Jerusalems zur Zeit Jesu (1:50) sowie in der archäologischen Abteilung das Ossuar des Hohepriesters Kajaphas (aus dem Prozess Jesu) und den einzigen jemals gefundenen Nagel, der archäologisch eine Kreuzigung durch Annagelung belegt. Zu sehen ist dort auch noch der einzige archäologische Beweis, dass Pontius Pilatus tatsächlich Statthalter Roms im Land der Bibel war. Am späten Nachmittag haben wir noch einen emotional sehr bewegenden Programmpunkt vor uns: Den Besuch der Holocaust-Memorialstätte Yad Vashem. Nächtigung in Bethlehem.

    Freitag: Wir beginnen den Tag mit einem weiteren Höhepunkt: mit dem Blick vom Ölberg auf die Stadt Jerusalem. Nach den Erklärungen gehen wir über Dominus flevit („Der Herr weinte über Jerusalem“) bis zum Garten Getsemani. Weiter geht es über das Kidrontal in die Altstadt, wo wir mit St. Anna am Bethesdateich die vermutlich schönste Kirche des Landes (spätromanisch) besuchen. Direkt danach folgt der Beginn der Via Dolorosa, die wir am Österreichischen Hospiz unterbrechen, um dort – vielleicht bei einem Schnitzel und einem Gösser bzw. dem besten Apfelstrudel Jerusalems – Heimatgefühle aufkommen zu lassen. Nach Tisch besuchen wir das Dach des Hauses mit wunderbarem Blick auf die Altstadt und ebenso die Kapelle des Hauses. Weiter geht es über die Via Dolorosa bis in die Grabeskirche. Es folgen historische und theologische Erklärungen zu diesem wichtigsten Bau der Christenheit. Nächtigung Bethlehem.

    Samstag: Besuch der Geburtskirche mit ihren wunderbar neu gereinigten Mosaiken, und der Hirtenfelder. Danach fahren wir noch einmal nach Jerusalem, wo wir einen freien Nachmittag haben werden, den man zu einem Bummel durch den bunten Bazar der Altstadt und zum Einkaufen nutzen kann. Gemeinsames Abendessen in Bethlehem und gemütliche Gestaltung des letzten Abends.

    Sonntag: Wir haben die Grabeskirche bereits besucht – uns dabei aber zwischen hunderten Besuchern durchgequetscht. Heute wollen wir sie beinahe ohne Touristen, dafür aber liturgisch belebt erleben, wenn die Armenier und die Kopten, die Griechen und die Lateiner zeitgleich ihre Sonntagsmessen feiern. Zum Abschluss unserer Reise gehen wir noch auf den Zionsberg, wo wir den Abendmahlsaal und das Grab Davids besuchen. Als letzten offiziellen Programmpunkt der Reise feiern wir noch bei den deutschen Benediktinern der Dormito Mariae eine Messe. Nach einem Kaffee beim „Kirchenwirt“ geht es Richtung Flughafen, wo wir um 16.10 in Richtung Wien abheben. Ankunft in Schwechat: ca. 18.30 Uhr. Fahrt nach Graz.

  • Referenten

    Peter Trummer, lehrte Neues Testament an der Universität Graz. Neben den biblischen Texten, ihren Weltbildern und symbolischen Sprachbeschreibungen beschäftigte er sich intensiv mit der Geschichte, Archäologie und Politik des Landes und leitete ein Dutzend Exkursionen vor Ort. Vgl. P.T./Josef Pichler (Hg.), Heiliges Land – beiderseits des Jordan. Ein biblischer Reisebegleiter, 264 Seiten, Innsbruck: Tyrolia 1998.

    Mag. Wolfgang Sotill, Theologe, hat das Land über einhundert Mal besucht, hat dort studiert und als Journalist gearbeitet und unter anderem folgende Persönlichkeiten interviewt: die Literaten Amos OZ, Zerya Shalev und Lizzie Doron, die Politiker Avraham Burg (langjähriger Parlamentspräsident) ... Foto: Elias Nidetzky

    Teilnahmebeitrag: € 1.860,00


    Reiseleistungen: Der Preis der zehntägigen Rundreise inklusive Halbpension beträgt:
    im Doppelzimmer € 1.860
    Einzelzimmerzuschlag: € 360
    Linienflug, Flughafengebühren und Kerosinzuschläge, alle Nächtigungen, Rundfahrt durch Israel, alle Eintritte, Seilbahn in Masada, Trinkgelder in den Hotels und für den Busfahrer sowie das Buch: Wolfgang Sotill: Israel. 40 einfache Fragen, 40 überraschende Antworten. (Styria 2019).

    Nicht im Preis inkludiert: Reiseversicherung, Transfer zum Flughafen nach Wien.

    Reiseleitung: Peter Trummer und Wolfgang Sotill

    Kultur &
    Reisen
    Bildungsreise / Kursnummer: 20-21